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Artikel vom 02.12.2021

Kennen Sie schon... ? Reisetipps der Deutschen Limes-Straße

Reisetipp des Monats Dezember

(c) Verein Deutsche Limes-Straße
(c) Verein Deutsche Limes-Straße

Unter dem Motto „Du bist Welterbe“ haben wir im vergangenen Jahr zum Fotografieren am Limes eingeladen. Die Resultate haben unsere Erwartungen übertroffen: Zahlreiche Fotografinnen und Fotografen haben uns schöne, kreative und außergewöhnliche Perspektiven auf den Limes geschickt. Bilder, die zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten, verschiedenen Wetterlagen und Jahreszeiten entstanden sind und oft eine ganz besondere Stimmung eingefangen haben. Die Fotos verstehen wir auch als Inspiration, zu bekannten und weniger bekannten Orten am Limes zu reisen und dieses UNESCO-Welterbe noch einmal ganz neu zu entdecken. Daher stellen wir Ihnen im Jahr 2021 jeden Monat ein Foto und seine Geschichte vor und laden Sie ein, den Ort hinter dem Bild kennenzulernen. Das mit dem ersten Preis für Baden-Württemberg ausgezeichnete Foto „Den Elementen ausgesetzt. Sonne und Eis“ entstand in Lorch. Fotografin Annika Wegner beschreibt ihren ganz persönlichen Bezug zum Motiv: „Seit zwei Jahren wohne ich jetzt in einer Stadt, deren Umland vom einstigen Trennwall Limes nur so gesäumt ist. Beinahe jede Straße, die man entlang fährt, hat am Wegesrand einen „Limes“-Grenzstein, der den ehemaligen Verlauf kennzeichnet. Für mich ist es schwer vorstellbar, dass ein Land einfach durchtrennt worden ist. Wenn man vor den mannshohen Palisaden in Lorch steht, wird die Geschichte greifbar. Blickdichte Wallungen trennten einst zwei Reiche, aber stärker als jede menschliche Macht ist die Natur.“ Bei Lorch befand sich nicht nur die Außengrenze des Römischen Reiches, sondern auch die Grenze zwischen den römischen Provinzen Obergermanien und Raetien. Spuren der Römerzeit lassen sich heute noch auf einer gemütlichen Wanderung von Alfdorf-Pfahlbronn bis zum Kloster Lorch entdecken. Auf 4,4 km finden sich Reste von streckenweise gut erhaltener Grenzbefestigung (Wall und Graben) sowie vier sichtbare Wachtturmstellen. Im Stubensandstein sind die Geleisrillen einer alten, vielleicht noch römischen Straße erkennbar. Nicht zuletzt liegt an der Wanderstrecke die Ruine eines römischen Gebäudes, das möglicherweise als Kleinkastell diente. Direkt neben dem auf dem Siegerfoto abgebildeten Wachtturmnachbau wartet eine weitere historisch wertvolle Sehenswürdigkeit: Das Kloster Lorch wurde 1102 als Grablege des Herrschergeschlechts der Staufer gestiftet. Tipp: Details zur Tour „Von Pfahlbronn zum Kloster Lorch“ finden Sie in der kostenlosen Broschüre „Deutscher Limes-Wanderweg – UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes in Baden-Württemberg“, die über den Verein Deutsche Limes-Straße erhältlich ist. © Verein Deutsche Limes-Straße